Die efa im Rheinland:
Interview mit Dr. Nicole Freiberger

Seit 2014 unterstützt die efa Unternehmen aus den Städten Bonn, Köln und Leverkusen und dem Oberbergischen und Rhein-Bergischen Kreis sowie dem Rhein-Erft- und dem Rhein-Sieg-Kreis direkt vor Ort bei Fragen rund um die Themen Ressourcenschonung und zirkuläres Wirtschaften. Wir haben mit Dr. Nicole Freiberger, Projektkoordinatorin und Beraterin der efa für die Region Rheinland, über konkrete Erfolge und Chancen aber auch Herausforderungen in der Region gesprochen.

Nicole Freiberger, Projektkoordination & Beratung | Region Rheinland
Nicole Freiberger, Projektkoordination & Beratung | Region Rheinland

Die einzelnen Regionen in Nordrhein-Westfalen unterscheiden sich teilewise stark in ihren wirtschaftlichen Schwerpunkten. Welche Branchen sind besonders stark im Rheinland vertreten?

„Das Rheinland zeichnet sich schon immer durch einen beachtlichen Branchenreichtum aus: Sowohl die Chemie- und Pharmaindustrie als auch die Gesundheitswirtschaft, die Textilindustrie und Logistik sind entlang der Rheinschiene vertreten. Zusätzlich sind die Informations- und Kommunikationstechnologie sowie die Kreativ- und Digitalwirtschaft zentrale Branchen in der Region. Dabei ist das Rheinland wie die anderen Regionen NRWs auch vom Strukturwandel betroffen. Allerdings führt dieser vermehrt zu einer veränderten Schwerpunktsetzung innerhalb einzelner Wirtschaftszweige. 

So rücken mit den Auswirkungen des Klimawandels auf z. B. die Lebensmittelindustrie Klimaanpassungs-strategien in den Fokus von Unternehmen und Politik. Folgen von Starkwetterereignissen wie dem Hochwasser 2021 führen insbesondere im Oberbergischen zu Entwicklungen im Unwetter- und Umweltschutz. Darüber hinaus entwickelt sich das Rheinische Revier immer weiter zu einem Zentrum für erneuerbare Energien und Green Technology. Als stark dienstleistungs- und wissensorientierte Region zeigt sich die nachhaltige Transformation im Rheinland weniger im Wegfall ganzer Branchen als viel mehr in der innovativen Weiterentwicklung und Anpassung bestehender Wirtschaftszweige.

Mit den zahlreichen Universitäten und Hochschulen u.a. in Bonn, Köln und Siegburg geht auch eine enge Verzahnung von Forschung und Industrie einher, die als Innovationsmotor in der Region wirkt. Mit welchen Angeboten baut die efa Partnerschaften vor Ort auf und stärkt bestehende Kooperationen?

„Mit den Universitäten in Köln und Bonn sowie der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und der Fachhochschule des Mittelstandes weist die Region eine vielfältige Wissenschaftslandschaft auf, die mit Studiengängen wie dem Nachhaltigkeitsmanagement der Fachhochschule des Mittelstandes gerade auch für KMU spannend sind. Die efa unterstützt die Zusammenarbeit und Vernetzung der Hochschulen mit Informationsveranstaltungen aber auch Schulungen zum Treibhausgas-Bilanzierungstool ecocockpit, an denen sowohl Studierende als auch Dozierende teilnehmen."

Die efa unterstützt zudem den Fachkräftenachwuchs in der Region mit verschiedenen Angeboten wie den Circularity-Scouts-Projekten. Welchen Mehrwert bieten diese Angebote den Unternehmen?

„Die Circularity Scouts, darunter ein Projekt in Köln, sind ein kostenloses und zentrales Angebot der IHK und verschiedener Partner:innen, darunter die efa, um zirkuläre Ansätze in die Unternehmenspraxis zu integrieren und den Fachkräftenachwuchs zu sichern. Mit den Circularity Scouts lernen Auszubildende ein sehr komplexes Thema mit vielen Teilaspekten auf mehreren Ebenen kennen und eignen sich Methoden an, um Zirkularität in der Praxis greifbar zu machen und in echte Arbeitsansätze zu übersetzen.

Daneben unterstützt die efa Studiengänge aus dem Themenfeld Nachhaltigeit, wie die Weiterbildung der Fachhochschule des Mittelstandes im Bereich Nachhaltigkeitsmanagement, und gibt Sonderschulungen für Multiplikator:innen. Zentrales Thema der efa ist der zum Beispiel ganzheitliche Blick auf nachhaltige Mobilität, der auch die Logistik umfasst."

  • Kooperation & Sparring: Gemeinsam vorangehen

    Wissen multiplizieren, Wirkung erzielen und nachhaltige Innovationen voranbringen: Wir unterstützen branchenübergreifend Institutionen dabei die Zukunft nachhaltig und ressourcenschonend mitzugestalten. Werden Sie Teil eines Netzwerks, das für den produktiven Austausch steht und von dem alle Beteiligten profitieren.

Welchen wirtschaftlichen Herausforderungen müssen sich die Unternehmen in der Region aktuell stellen und wie unterstützt die efa dabei?

„Obwohl das Rheinland weniger stark vom Strukturwandel betroffen ist als andere Regionen NRWs, stehen die Unternehmen auch hier vor einer Reihe von Herausforderungen wie den gestiegenen Energie- und Betriebskosten, dem Fachkräftemangel und der zunehmenden Bürokratie. Diese zieht zudem langwierige Genehmigungsverfahren von Fördermitteln und damit Investitionshemnisse in den Betrieben nach sich. Globale Unsicherheiten den internationalen Markt betreffend belasten zusätzlich.

Trotzdem eröffnen sich mit der nachhaltigen Transformation vielfältige Chancen für Unternehmen, z. B. durch Digitalisierung und Förderprogramme. Gerade KMU profitieren von der Expertise der efa rund um die Finanzierung von Projekten der Circular Economy und Ressourcenschonung aber auch der Unterstützung bei Fördermittelanträgen. Wie wichtig es schon jetzt für Betriebe ist, Chancen durch die Digitalisierung zu nutzen zeigen die Konsumzurückhaltung und ein schwacher Einzelhandel. Plattformökonomie und Digitalisierung verschärfen den Wettbewerb, bieten aber auch die Möglichkeit, sich von anderen Wettbewerbern abzuheben und neue Strategien zu entwickeln. Fragen und Unsicherheiten aber auch Ideen und Anregungen rund um die Themen Ressourcenschonung und Circular Economy greift die efa in ihrer Beratung auf; seien sie finanzieller oder inhaltlicher Natur."

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Dr. Nicole Freiberger
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Eine Gruppe von etwa 25 Personen steht in einem Raum, alle halten Urkunden oder Zertifikate in den Händen. Sie wirken stolz und erfreut. Im Hintergrund sind Fenster und einige dekorative Elemente sichtbar. Der Fokus liegt auf der feierlichen Übergabe von Auszeichnungen. ©Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, Andreas Bischof