Die efa in der Region Aachen:
Interview mit Karl Hufmann
Die Region Aachen ist mit der engen Verzahnung von Forschung und Industrie einer der führenden Technologiestandorte Deutschlands und trägt aktiv zur nachhaltigen Transformation der Wirtschaft bei. Damit treten Zukunftsthemen wie Künstliche Intelligenz, erneruerbare Energien und Mobilität in den Vordergrund. Seit 2002 unterstützt die efa Unternehmen aus der Stadt Aachen und den Kreisen Aachen, Düren, Euskirchen und Heinsberg direkt vor Ort bei Fragen rund um die Themen Ressourcenschonung und zirkuläres Wirtschaften. Wir haben mit Karl Hufmann, Projektkoordinator und Berater für die Region Aachen der efa, über konkrete Erfolge und Chancen aber auch Herausforderungen in der Region gesprochen.
Die einzelnen Regionen Nordrhein-Westfalens unterscheiden sich teilweise stark in ihren wirtschaftlichen Schwerpunkten. Welche Branchen sind besonders stark in der Region Aachen vertreten?
„Die Region Aachen ist wirtschaftlich vor allem durch produzierende Unternehmen geprägt: Mehr als 20 % der Betriebe sind im Maschinenbau tätig, zusätzlich stark vertretend sind die Metall-, Kunststoff-, Papier- und Lebensmittelwirtschaft. In der Grenzregion zu Belgien und den Niederlanden sind außerdem Handel und Logistik von zentraler Bedeutung.
Durch die Nähe der regionalen Wirtschaft zur hochgradig forschungs- und technologieorientierten Struktur rund um RWTH Aachen und weitere Institute wie die Fraunhofer Institute profitiert der Standort vom Wissenstransfer zwischen Wisschenschaft und Wirtschaft. So bringt die Region die Circular Economy in verschiedenen Bereichen, allen voran in erneuerbaren Energien und der Industrie 4.0, voran und begünstigt den nachhaltigen Strukturwandel.“
Warum sollten gerade jetzt kleine und mittlere Unternehmen Maßnahmen zur Ressourcenschonung und Zirkularität angehen?
„KMU sollten gerade jetzt Maßnahmen zur Ressourcenschonung und Zirkularität angehen, weil ökonomische Vorteile, regulatorische Anforderungen, Klimaschutz, Versorgungssicherheit und neue Fördermöglichkeiten zusammenkommen wie selten zuvor. Wie andere Wirtschaftsstandorte befindet sich auch die Region um Aachen in einem tiefgreifenden Strukturwandel weg von der linearen Industrie hin zu neuen nachhaltigen zirkulären Geschäftsmodellen und Produkten. Wer heute schon handelt, stärkt nicht nur seine Zukunftsfähigkeit, sondern schafft sich klare Wettbewerbsvorteile in einem sich schnell wandelnden Markt und etabliert sich zum Vorreiter zukunftsweisender Technologien.“
Die efa ist immer nah an den Unternehmen dran. Welchen wirtschaftlichen Herausforderungen müssen sich Betriebe in der Region Aachen aktuell stellen und wie unterstützt die efa dabei?
„Die Unternehmen in der Region Aachen stehen aktuell vor einem komplexen Bündel an Herausforderungen: Der Strukturwandel durch den Braunkohleausstieg verlangt neue Geschäftsmodelle, während gleichzeitig der Fachkräftemangel und steigende Bürokratie die Wettbewerbsfähigkeit belasten. Hinzu kommen hohe Energiepreise, globale Marktunsicherheiten. Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen zeigt die Region eine beeindruckende Innovationskraft – getragen von starken Forschungsinstitutionen und engagierten Betrieben, die sich mit der efa aktiv den Veränderungen stellen.
Wir unterstützen Unternehmen in der Region Aachen mit qualifizierter Vor-Ort-Beratung, praktischen Tools, Finanzierungshilfen, Netzwerkformaten und über Programme wie Key 2 Circularity dabei, Ressourcen zu schonen, Prozesse zu optimieren und den Übergang zur Circular Economy wirtschaftlich sinnvoll zu gestalten. Wir wissen, welche Anforderungen seitens der Politik gestellt werden und entwickeln gemeinsam mit den Betrieben praktische Lösungen und unterstützen bei der Umsetzung.“
Insbesondere das EU-Förderprogramm Interreg Euregio Maas-Rhein stärkt die internationale Zusammenarbeit zwischen Belgien, Deutschland und den Niederlanden. Welche Interreg-Projekte laufen zurzeit und welche Rolle kommt der efa darin zu?
„Ein besonders wichtiges Instrument zur Förderung der Circular Economy in der Euregio ist das EU-geförderte Projekt Key 2 Circularity. Das Projekt unterstützt Unternehmen dabei starke internationale Partnerschaften aufzubauen, um einen umfassenden Wissenstransfer auch über Ländergrenzen hinweg zu ermöglichen und die gesamte Region wirtschaftlich wie ökologisch resilient und nachhaltig aufzustellen.
Als Projekt-Partnerin bietet die efa im K2C-Programm für KMU vor allem zweierlei an: Den Circular Boost, einen mehrmonatiges Qualifizierungsprogramm mit Workshops und individueller Begleitung durch efa Experten zur Entwicklung zirkulärer Geschäftsmodelle und Investment Vouchers, eine finanzielle Unterstützung von bis zu 40.000 € für konkrete Kreislaufwirtschaftsprojekte, die Investitionen in zirkuläre Lösungen ermöglichen sollen.“
Ansprechperson
Ich bin für Sie da
+49 173 736 18 81
khu@efa.nrw