Veranstaltungsrückblick: Nachhaltiger Handel und Konsum – Perspektiven, Herausforderungen und Unterstützungsangebote für Unternehmen
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Zum Auftakt begrüßte efa-Projektkoordinatorin Jessika Kunsleben die Teilnehmenden und führte in die zentralen Fragestellungen der Veranstaltung ein. In den anschließenden Beiträgen wurde schnell klar, wie komplex die aktuellen Herausforderungen für den Handel sind: steigende Kosten, wachsender Regulierungsdruck und ein verändertes Konsumverhalten treffen auf hohe Erwartungen an nachhaltige Produkte und Transparenz.
Verbraucher:innen zwischen Anspruch und Überforderung
Philip Heldt von der Gruppe Umweltberatung der Verbraucherzentrale NRW machte deutlich, dass viele Konsumentinnen und Konsumenten zwar nachhaltiger konsumieren möchten, jedoch häufig überfordert sind. Rund 40 % sehen sich mit einem unübersichtlichen „Label-Dschungel“ konfrontiert. Seine zentrale Botschaft: Nachhaltige Optionen müssen zur einfachsten Wahl werden. Der Handel könne hier gezielt Orientierung bieten – etwa durch klare Kommunikation, verständliche Kennzeichnungen und glaubwürdige „Good Stories“. Auch Reparaturangebote und Entsorgungsstationen sollten stärker sichtbar gemacht werden.
Konsumklima unter Druck
Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH KÖLN, skizzierte in seinem Vortrag sechs zentrale Stressthemen für den deutschen Einzelhandel: wachsende Konsumentenverunsicherung mit steigender Sparneigung, anhaltende Kanalverschiebung zum Onlinehandel, sinkende Innenstadtfrequenzen sowie der Vormarsch asiatischer Plattformen wie Temu und Shein. Hinzu kommen KI-gestützte Suchwerkzeuge, die klassische Suchmaschinen zunehmend verdrängen, und eine stagnierende Nachhaltigkeitsbereitschaft, sobald sie mit höheren Preisen einhergeht. Als Konsequenz empfahl Hudetz dem Handel konsequente Kundenfokussierung, klare Preis-Leistungs-Strategien und eine kanalübergreifende Omnichannel-Positionierung.
Zirkuläre Ansätze und konkrete Unterstützung
Mit der Vorstellung der CIRCO-Hub-Angebots zeigte efa-Projektkoordinatorin Dr. Nicole Freiberger praxisnahe Wege auf, wie zirkuläre Geschäftsmodelle im Handel entwickelt werden können. Ergänzend informierte Jessika Kunsleben von der efa über aktuelle Fördermöglichkeiten für Unternehmen in Nordrhein-Westfalen, die nachhaltige Transformation aktiv angehen möchten.
„Nachhaltigkeit im Handel kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie wirtschaftlich tragfähig und für Kundinnen und Kunden einfach zugänglich und verständlich ist. Genau hier setzen wir mit unseren Angeboten als efa an. Wir wollen Orientierung geben und Unternehmen konkret bei der Umsetzung unterstützen."
Der rege Austausch und die vielen Diskussionsbeiträge zeigten: Der Handel steht vor großen Herausforderungen – aber auch vor ebenso großen Chancen, nachhaltige Geschäftsmodelle erfolgreich zu etablieren.
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