10. November 2025

Zirkularität gewinnt! – Verleihung des NRW-Preises Ressourcenschonung

Am 4. November 2025 verlieh NRW-Umweltminister Oliver Krischer in Düsseldorf erstmals den mit insgesamt 20.000 Euro dotierten NRW-Preis Ressourcenschonung der Effizienz-Agentur NRW; eine Auszeichnung, mit der Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen unter dem Motto „Zirkularität gewinnt!“ für die erfolgreiche Entwicklung und Umsetzung zirkulärer Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle geehrt werden. Außerdem wurde der Nachwuchspreis MehrWert NRW vergeben, mit dem die Verbraucherzentrale NRW Nachwuchskräfte für ressourcenschonende Verbraucherprodukte auszeichnet. Vor der feierlichen Verleihung bot die efa mit dem „Circular Design-Fachforum“ tiefe Einblicke in die Praxis der Gestaltung zirkulärer Produkte und Geschäftsmodelle.
Eine Gruppe von zwölf Personen steht auf einer Bühne, alle lächeln und halten Blumensträuße oder Urkunden in den Händen. Im Hintergrund sind Banner mit den Aufschriften „Ressourcenschonung“ und „efA“ zu sehen. Die Atmosphäre wirkt feierlich und würdigend.
Am 04. November 2025 fand die feierliche Verleihung des NRW-Preises Ressourcenschonung 2025 in Düsseldorf statt.

Wie können Produkte so gedacht werden, dass Kreisläufe geschlossen werden? Wie kann mit Gestaltung Verantwortung übernommen werden? Und wie führt gutes Design zu nachhaltigem Handeln? Das alles sind Fragen, denen sich die prämierten Preisträger und Preisträgerinnen bei der Entwicklung ihrer zirkulären Produkte, Geschäftsmodelle und Dienstleistungen stellten. Moderatorin Jessika Kunsleben, Projektkoordinatorin des Preises und efa-Beraterin, machte zu Beginn der Veranstaltung deutlich, wie wichtig gutes Design für eine nachhaltige Transformation ist. Und genau das zeigen die Preisträger und Preisträgerinnen, indem sie Gestaltung, Verantwortung und Funktionalität miteinander vereinen.

NRW-Preis Ressourcenschonung

Mehr als eine Auszeichnung

Um das Ziel zu erreichen, NRW zur ersten klimaneutralen Region Europas zu machen, muss die Wirtschaft aktiv werden und die Transformation zur Circular Economy vorantreiben. Der NRW-Preis Ressourcenschonung spielt dabei eine wichtige Rolle: „Wir wollen die komplette Breite der Ressourcenschonung und der Effizienz mit dem Preis deutlich machen, und ich glaube, das hat die Jury ganz gut hinbekommen“, so Umweltminister Oliver Krischer bei der feierlichen Auszeichnung der Preisträger:innen im NRW-Umweltministerium. Die vielfältigen Bewerbungen und die ausgezeichneten Projekte machen deutlich, wie Circular Design es schafft, dass Produkte in ganzheitlichen Kreisläufen geführt und Umweltbelastungen über den gesamten Produktlebenszyklus minimiert werden. Auch efa-Geschäftsleiter Dr. Peter Jahns betonte bei seiner Begrüßung der rund 150 Gäste: „Zirkuläre Produkte und Geschäftsmodelle sind nicht nur ein Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz, sondern sichern auch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in NRW. Mit dem neuen NRW-Preis Ressourcenschonung wollen wir diese Pioniere sichtbar machen und andere motivieren, ähnliche Wege zu gehen.“

  • Circular Design

    Circular Design beschreibt einen umfassenden Gestaltungsansatz mit dem Ziel, die Umweltbelastungen von Produkten und Dienstleistungen über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu minimieren und darüber hinaus nachhaltige Geschäftsmodelle im Sinne einer Circular Economy zu entwickeln.

    Das blau-grüne Icon des Circular Designs besteht aus einem grünen und vier blauen Pfeilen, die einen Kreis bilden.

Neuer Name - neue Ausrichtung

Mit dem neuen NRW-Preis Ressourcenschonung entwickelt die efa den renommierten Effizienz-Preis NRW weiter, der seit 25 Jahren regelmäßig vergeben wird. Die Neuausrichtung stellt noch stärker als zuvor zirkuläre Ansätze in den Mittelpunkt – von Recyclingverfahren über digitale Lösungen bis zu gesellschaftlicher Resilienz. 

Die Resonanz auf den neuen NRW-Preis war riesig: Mit 75 Einreichungen ging eine Rekordzahl an Bewerbungen ein,  aus denen eine unabhängige Experten-Jury drei Haupt- und einen Sonderpreisträger auswählte. Sie alle zeigen: Bei der Circular Economy geht es um ein Wirtschaftskonzept, das auf die Initiative aller angewiesen ist.

Vergeben wurden insgesamt drei Haupt- und ein Sonderpreis an vier Unternehmen für die Entwicklung von Lösungsansätzen für sehr unterschiedliche Problemstellungen – natürlich ganz im Sinne einer zirkulären Wirtschaftsweise: 

  • Die Accurec-Recycling GmbH aus Krefeld erhielt den Hauptpreis in der Kategorie „Ressourcenschonendes Produkt“ für die Entwicklung eines innovativen Recyclingverfahrens, mit dem Lithium, Nickel und Cobalt aus Altbatterien zurückgewonnen und als hochwertige Sekundärrohstoffe für die Produktion neuer Batterien eingesetzt werden können.
  • Die circuly GmbH aus Bielefeld erhielt den Hauptpreis in der Kategorie „Ressourcenschonende Dienstleistung“ für die innovative Software-as-a-Service-Lösung „circuly“, die Unternehmen beim Einstieg in zirkuläre Geschäftsmodelle durch Vermietung physischer oder digitaler Produkte unterstützt.
  • Die Waterblokk GmbH aus Geilenkirchen erhielt den Hauptpreis in der Kategorie „Gesellschaftliche Resilienz“ für die Entwicklung eines modularen Hochwasser- und Starkregenschutzsystems aus Recycling-Material, das sowohl Städte als auch ländliche Regionen vor den Folgen extremer Wetterereignisse schützt und sowohl für gewerbliche Betriebe, Kommunen wie auch für Privatleute einfach anwendbar ist.
  • Die CGW GmbH aus Willich erhielt den Sonderpreis „Kooperation“ für den Aufbau der „Allianz Zukunft Reifen“ (AZuR). Ziel des Netzwerks ist es, eine klimafreundliche und wirtschaftlich tragfähige Reifen-Kreislaufwirtschaft zu etablieren. 

Das Thema Ressourcenschonung ist zunehmend auch eines von Resilienz: Werden Ressourcen durch langlebige, recyclingfähige und wiederverwendbare Produkte und Dienstleistungen dauerhaft im Kreislauf gehalten, sinkt auch die Abhängigkeit des europäischen Marktes von anderen Akteur:innen. „Die Preisträgerinnen und Preisträger zeigen: Wer Ressourcen schont und Kreisläufe schließt, schützt das Klima und ist damit wirtschaftlich erfolgreich. Genau das ist unser Ziel in Nordrhein-Westfalen. Wir erschließen durch Umweltschutz neue Märkte und gehen voran auf dem Weg zur ersten klimaneutralen Industrieregion Europas", sagte Umweltminister Oliver Krischer.

Feierliche Verleihung

Impressionen

Verbraucherzentrale NRW

Nachwuchspreis MehrWert NRW

Außerdem wurde dieses Jahr wieder der Nachwuchspreis MehrWert NRW der Verbraucherzentrale NRW vergeben, ein Preis, den die Verbraucherzentrale NRW 2025 bereits zum fünften Mal gemeinsam mit der efa, der NRW.BANK und erstmalig auch HANDWERK.NRW auslobte. Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, betonte die Entscheidungskraft von Verbraucherinnen und Verbrauchern in Bezug darauf, welche Produkte sich am Markt halten und welche nicht. Der nachhaltige Weg muss dabei der einfachste sein. Wie das funktioniert, zeigt der Nachwuchs mit seinen innovativen Ideen und der Bereitschaft, Verantwortung für ressourcenschonendes Wirtschaften zu übernehmen. 

2025 standen textile Materialien im Zentrum der prämierten Arbeiten – ein Bereich, der im Hinblick auf Umwelt- und Ressourcenschutz von besonderer Bedeutung ist. Denn vom Rohstoffeinsatz über die Produktionsprozesse bis zur Entsorgung haben Textilien weltweit enorme negative Umweltwirkungen. Die diesjährigen Preisträger:innen setzen hier mit zukunftsweisenden Lösungen an; die Jury vergab den mit 3.000 Euro dotierten Nachwuchspreis gleichwertig für zwei eingereichte Arbeiten:

  • An Alexandra Plewnia, Absolventin der Hochschule Niederrhein, für ihr Projekt „Octgarn“, eine innovative Textilfaser, die vollständig auf den Einsatz von PFAS verzichtet.
  • An Leon Blanckart, Absolvent und Promotionsstudent der Hochschule Niederrhein, für sein Projekt „AlgaCore“, ein neuartiger Werkstoff auf Basis von Algenfasern, der ressourcenschonende Alternativen zu herkömmlichen Textilien aufzeigt.

NRW.BANK als Kooperationspartnerin

Die NRW.BANK unterstützt die Preise zum fünften Mal als Kooperationspartnerin und ist zudem mit Vetreter:innen der Hausbanken- und Fördernehmerberatung Teil beider Jurys. Im Vordergrund steht dabei neben der Übernahme des Preisgeldes für den Nachwuchspreis in Höhe von 3.000 Euro die Einbringung von fachlichem Know-how: „Die Preisträgerinnen und Preisträger des diesjährigen NRW-Preises Ressourcenschonung und des Nachwuchspreises MehrWert NRW zeigen: Die Zukunft ist zirkulär. Wer Ressourcen im Kreislauf hält, stärkt Wirtschaft und Klima zugleich – und treibt so die Transformation zu einer nachhaltigen Wirtschaft voran. Wir unterstützen Unternehmerinnen und Unternehmer, die diesen Wandel mutig gestalten“, sagte Gabriela Pantring, designierte Vorstandsvorsitzende der NRW.BANK.

Die Zukunft ist zirkulär.

Fachforum Circular Design

Auch in dem der Verleihung vorausgehenden Fachforum Circular Design diskutierten die Teilnehmenden die Frage, wie die Circular Economy insbesondere durch branchenübergreifende Kooperationen fester Alltagsbestandteil von Verbraucher:innen werden kann. Am Panel nahmen Peter Post, UX- und Servicedesign Consultant, Markenstratege und Designer in der Kreislaufwirtschaft, Nadine Tiedemann, Leiterin Geschäftsfeld CIRCO-Hub der efa, Sven Fischer, General Manager, Krall+Roth Services GmbH & Co. KG, und Teilnehmerin der efa-CIRCO-Workshopreihe, Kathrin Aster, Geschäftsführerin der Standby GmbH und Preisträgerin des Effizienz-Preises NRW 2023 in der Kategorie „Produktlebenszyklus“, sowie Prof. Dr. Matthias Laschke von der Forschungsgruppe MOVEN der Universität Siegen teil.

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