Kategorie: News  |  23. Juli 2026

ExpertInnenKreis Zirkuläre Elektronik für reparierbare, langlebige und faire Produkte

Wie können elektronische Produkte reparierbar, langlebig und fair gestaltet werden? Und wie können dabei ökologische, ökonomische und soziale Faktoren gleichsam berücksichtig werden? Um diese Fragen drehte sich der ExpertInnenKreis am 22. Juli: Samuel Waldeck, Gründer und Geschäftsführer der SHIFT GmbH, zeigte anhand eigener Unternehmenserfolge, welche Möglichkeiten und Lösungen sich bieten.
Ein Plakat zum Thema "Circular Economy", das den Expert*innenkreis vorstellt. Der Text behandelt zirkuläre Elektronik und betont die Bedeutung von reparierbaren, langlebigen und fairen Produkten. Das Logo von "efa" ist abgebildet, zusammen mit einem Hashtag.

Die Elektronikbranche funktioniert zum Großteil noch linear und der Elektroschrottberg ist der am schnellsten wachsende weltweit. Smartphones werden teilweise alle zwei Jahre ausgetauscht, weil der Akku nicht mehr funktioniert oder das Display kaputt ist; eine Reparatur ist zu Hause oft nicht möglich. Die SHIFT GmbH aus Nordhessen nimmt sich dem Problem mit ihren vollmodularen Smartphones an: Statt die Geräte einschicken und auf die Reparatur warten zu müssen, können Kund:innen innerhalb weniger Minuten Einzelteile austauschen. In Zukunft will das Unternehmen noch weiter gehen und zielt darauf ab, Smartphones andere Hersteller zu „shiften“ und damit ebenfalls reparierbar zu machen.

Aus der Frage heraus, wie das Unternehmen einen Unterschied machen kann, sind die 13 Shift Cycles entstanden, anhand derer neue Produkte, Services und das Geschäftsmodell gestaltet werden. Die Geräte werden so entworfen, dass sie gut und lang nutzbar und vor allem leicht in Stand zu halten sind. Nach der Nutzung besteht dann die Möglichkeit, die Geräte zurückzuschicken; während der gesamten Nutzungsdauer kauft das Unternehmen die Geräte zudem zurück. Mit ihrem Recyclingprozess hat das nicht profitorientierte Unternehmen es schon jetzt geschafft, Elektroschrott-positiv zu werden. Nicht nur gelangen die Smartphones zum Hersteller zurück und werden weiterverwertet, es besteht darüber hinaus ein One-for-One-System. Für jedes verkaufte Smartphone kauft SHIFT ein Gerät aus dem globalen Süden, recycelt es und gibt es zurück in den Kreislauf.

Reparierbar. Langlebig. Fair.

Ökologische, soziale und ökonomische Faktoren zusammengedacht

Bei der Ressourcenschonung hört das Geschäftsmodell des Unternehmens aber nicht auf. Es hat sich den Anspruch gestellt, Technologie fairer, langlebiger und reparierbarer gestalten, und das entlang der gesamten Liefer- und Wertschöpfungskette. Denn die Verantwortung, die mit der Produktion von Smartphones einhergeht, betrifft die gesamte Lieferkette. 90 Prozent des Verpackungsmülls entsteht nicht bei der Nutzung, sondern der Herstellung, weshalb das Unternehmen z. B. Projekte im globalen Süden zugunsten sozialer Fairness und Transparenz unterstützt und für faire Arbeitsbedingungen in ihren Produktionsstätten sorgt.

Samuel Waldeck betonte: „Uns ist es wichtig als Unternehmen Verantwortung für das Produkt zu tragen, welches wir auf den Markt bringen. Wir sehen großes Potenzial in Kooperationen, aber auch der Regionalität unserer Produkte: Teile der Erkenntnisse, die wir gewinnen konnten, hätten wir ohne die Zusammenarbeit nicht erlangt; gleichzeitig stärken wir mit unserem Standort in einer eher strukturschwachen Region die Wirtschaft vor Ort.“ Das zeigt sich in regionalen Projekten, die das Unternehmen ins Leben gerufen hat. Aus einem alten Fachwerkhaus wurde durch die umfassende Sanierung ein Begegnungsort mit Einkaufsladen und Cafe; eine alte Mühle mit angrenzendem Land wurde zum Archehof für vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen.

CIRCO-Hub

Ihr Einstieg ins zirkuläre Wirtschaften

„Unsere Vision: Wir wollen zusammen denken und möglichst viele unserer Erkenntnisse miteinander teilen“, betonte Nadine Tiedemann, Leiterin des CIRCO-Hubs, zum Ende der Veranstaltung. Die Veranstaltung machte deutlich, wie wichtig diese Vision und ganzheitliche Ansätze für die Circular Economy sind. Gleichzeitig erhielten die Teilnehmenden einen Eindruck davon, wie sie in der Elektronikbranche einen Unterschied machen können.

  • CIRCO-Hub

    Ideen in neue Geschäftsfelder und zirkuläre Produkte in konkrete Maßnahmen umsetzen: Wie das funktioniert zeigt die CIRCO-Methode in einer praxisorientierten Workshopreihe. Über das exklusive CIRCO-Network unterstützt die efa den dynamischen Wissenstransfer und die vielfältige Vernetzung von ehemaligen teilnehmenden Unternehmen in Nordrhein-Westfalen.

    Ein Glühbirne-Symbol ist umgeben von einem Kreis, der die Erde darstellt. Das Bild vermittelt die Idee von nachhaltiger Energie und Umweltschutz. Es zeigt den Zusammenhang zwischen innovativen Ideen und der Verantwortung für unseren Planeten.

Einen Einstieg sowie Raum für Entwicklung bietet hier die efa mit ihren regelmäßig stattfindenden CIRCO-Workshopreihe. Gemeinsam mit den Trainerinnen und Trainern entwickeln Unternehmen einen umfassenden Maßnahmenplan, mit dem sie direkt in die Umsetzung gehen können. Die nächste Workshopreihe startet im September zum Thema „Elektronik und Elektrotechnik“ und richtet sich an Hersteller, Unrernehmen aus der Wertschöpfungskette sowie den Fachhandel. Finden Sie heraus, wie Sie durch Zirkularität neue Umsatzquellen erschließen, E‑Waste reduzieren, wertvolle Rohstoffe zurückgewinnen und Ihre Produkte langlebiger gestalten können.

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Ich bin für Sie da

Nadine Tiedemann
Nadine Tiedemann
Leiterin CIRCO-Hub
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