Anpassungen im Förderprogramm "NRW.BANK.Invest Zukunft": Was Unternehmen jetzt wissen müssen
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Herr Lodde, die Informationsveranstaltung der efa am 6. August stieß mit mehr als 250 Teilnehmenden auf außergewöhnlich großes Interesse. Welche Fragen und Herausforderungen beschäftigen die Unternehmen derzeit besonders?
Die deutsche Wirtschaft steht vor der Herausforderung, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und auszubauen sowie die digitale und klimaneutrale Transformation voranzutreiben. Gleichzeitig zählen laut Unternehmensbefragungen der KfW Research die schwache gesamtwirtschaftliche Entwicklung, hohe Energie- und Lohnkosten, Bürokratiebelastung und Fachkräftemangel zu den größten Investitionshemmnissen. Entsprechend dominieren derzeit Ersatzinvestitionen zur Erhaltung und Erneuerung des bestehenden Kapitalstocks. Im Fokus steht, bestehende Anlagen, Maschinen und technische Infrastruktur funktionsfähig zu halten, während wachstumsorientierte Investitionen nur eingeschränkt erkennbar sind.
Die andauernde konjunkturelle Schwächephase setzt darüber hinaus der Kapitalstruktur der Unternehmen zu. So meldeten im Frühjahr 2026 rund ein Drittel der von KfW Research befragten Unternehmen, dass ihre Eigenkapitalquote innerhalb der zurückliegenden zwölf Monate gesunken sei. Besonders große Probleme traten im vergangenen Jahr bei kurzfristigen Krediten auf. Bei fast jeder vierten Verhandlung kam es zu keinem Abschluss (23,4 %), was einem deutlichen Anstieg von fünf Prozentpunkten gegenüber der Erhebung im Frühjahr 2022 entspricht. Auch bei mittelfristigen Krediten scheiterte mehr als jede fünfte Verhandlung.
Die NRW.BANK hat das Förderprogramm “Invest Zukunft” in diesem Jahr bereits zweimal angepasst. Welche Änderungen sollten Unternehmen jetzt unbedingt kennen?
Mit den Anpassungen wurden insbesondere die Anforderungen in den Bereichen Ressourceneffizienz, Digitalisierung und Innovation weiter geschärft. Bei Investitionen zur Steigerung der Ressourceneffizienz muss inzwischen ein Ressourceneffizienzgewinn von mindestens 20 Prozent erreicht werden. Bei der Digitalisierung liegt der Fokus künftig stärker auf fortschrittlichen Digitalisierungsmaßnahmen. Förderfähig sind dabei Vorhaben aus verschiedenen Technologiefeldern, beispielsweise Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, datenbasierte intelligente Systeme oder fortgeschrittene Cyberabwehr.
Besonders relevant ist zudem die Förderung innovativer Unternehmen. Als innovativ gilt ein Unternehmen, wenn es in mindestens einem der drei vorangegangenen Geschäftsjahre entweder mindestens zehn Prozent seiner gesamten Betriebskosten oder mindestens fünf Prozent seines gesamten Nettoumsatzes für Forschung und Entwicklung aufgewendet hat. Förderfähig sind in diesem Zusammenhang Investitionen in das Anlagevermögen, die in direktem Zusammenhang mit diesen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten stehen. Unternehmen sollten daher genau prüfen, ob ihre geplanten Investitionen die neuen Anforderungen erfüllen und welchem Förderbereich sie zugeordnet werden können.
Für die Investitionen in die Ressourceneffizienz gelten künftig höhere Anforderungen. Was bedeutet das konkret für Unternehmen, die eine Förderung beantragen möchten?
Unternehmen können uns ansprechen, wenn sie Investitionen planen, die den erhöhten Anspruch an Ressourceneffizienz nicht erfüllen. Wir suchen dann nach alternativen Fördermöglichkeiten. Insbesondere das KfW-Umweltprogramm unterstützt Maßnahmen zur Steigerung der Ressourceneffizienz, ohne eine konkrete Bedingung in Bezug auf eine prozentuale Einsparung zu stellen. Darüber hinaus können Maßnahmen zur Ressourceneffizienz im Rahmen der Bundesförderung „Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft“ mit einem nicht rückzahlbaren Zuschuss (BAFA) oder einem Tilgungszuschuss in Kombination mit einem zinsgünstigen Darlehen (KfW) gefördert werden.
Herr Kunsleben, wie unterstützt die efa Unternehmen dabei, Investitionen strategisch vorzubereiten und die Fördervoraussetzungen zu erfüllen?
Das hängt vom Reifegrad des jeweiligen Vorhabens ab. Wenn die Investition bereits weitgehend spezifiziert ist und eine Bestellung konkret geplant ist, unterstützt die efa bei der Auswahl und gegebenenfalls bei der Beantragung öffentlicher Fördermittel. Besteht jedoch noch erheblicher Klärungsbedarf – egal ob technisch, wirtschaftlich oder organisatorisch –, kann es sinnvoll sein, zunächst eine Beratung in Anspruch zu nehmen.
Welchen Mehrwert bietet die Kombination aus dem Förderprogramm “NRW.BANK.Invest Zukunft” und der Beratung Ressourcenschonung der efa – insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen?
Die Beratung Ressourcenschonung bietet im Vorfeld wichtiger Investitionsentscheidungen die Möglichkeit, durch sorgfältige Analysen die Einsparpotenziale bei Material und Energie genau zu ermitteln und die ökonomischen Effekte zu quantifizieren. Die Förderung des Landes NRW trägt nach Vorlage entsprechender Voraussetzungen bis zu 50 Prozent der Beratungskosten. Außerdem wird der Zugang zu NRW.BANK.Invest Zukunft erheblich erleichtert, da die neuen Effizienzkriterien bei Vorhaben aus der Ressourceneffizienzberatung keine Anwendung finden.
Welche Empfehlungen geben Sie Unternehmen, die in den kommenden Monaten Investitionen in Ressourceneffizienz, Nachhaltigkeit oder Digitalisierung planen und von den aktuellen Fördermöglichkeiten profitieren möchten?
Sofern noch Klärungsbedarf zur Frage der Priorisierung (welche Maßnahme bringt am schnellsten die höchsten Effekte?) oder zur Konkretisierung von Lösungsansätzen besteht, ist ein kostenloses Erstgespräch mit der Effizienz-Agentur NRW zur Relevanzanalyse und zur ersten Einordnung von Fördermöglichkeiten – auch für eine Beratung – empfehlenswert. Gerne besuchen wir Unternehmen vor Ort und erörtern mit ihnen Chancen und Perspektiven durch ressourceneffiziente Prozesse und Produkte.
Herr Lodde und Herr Kunsleben, vielen Dank für das Gespräch.
Zum Förderprogramm NRW.BANK.Invest Zukunft
Mit dem Förderprogramm “NRW.BANK.Invest Zukunft” unterstützt die NRW.BANK Unternehmen bei Investitionen, die die Wettbewerbsfähigkeit stärken und die Transformation in den Bereichen Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Innovation voranbringen. Das Programm bietet zinsvergünstigte Darlehen von bis zu 10 Millionen Euro und richtet sich an Unternehmen in NRW.
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